fletcher's Blog

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt

Grenzverkehr

Die Schweinegrippe – sie läßt mich einfach nicht los. Eine Frau ist nach der Impfung gestorben, zwei Männer gerade noch mal so mit dem Leben davongekommen.

Die Wutzenfreck, wie wir sie hier im Saarland schelmisch betiteln, hat den ganzen Globus infiziert; wie weiland die Fußball-WM 2006 oder 2007 oder war’s doch 1974. Na ja, egal. Was sind schon Zahlen in der Realität des Lebens? Sieht man ja an unseren Bankstern und den Politgangs. Zahlen bestehen doch hauptsächlich nur noch aus irgendwelchen nachfolgenden Nullen. Aber zurück zur Wutzenfreck. Ich kenne einen Kollegen eines entfernten Bekannten meines Bruders; dessen Schwager hat in Bouzonville, also Ausland, einen Schweinezuchtbetrieb. Eher so nebenher, neben der hauptamtlichen Arbeit bei Ford auf’m Röderberg. Dieser gute Freund hat mir nun im Vertrauen verraten, wie er seine Porc’s vor dem Virus schützen tut.

Zuerst verfrachtete er seine drei Sauen, samt Nachwuchs, in den Schuppen nahe des alten Gipsstollens und seinen, schon etwas betagten Zuchteber, brachte er in der Kammer hinter dem ehelichen Schlafzimmer unter. Er meinte, daß das Virus jetzt ungestört seinen Hof überennen könne, ohne, jetzt durch die nicht mehr vorhandenen Schweine, aufgehalten zu werden. Da ich Viren generell nicht auf Anhieb vertraue, meinte ich zu diesem Schwager des Bekannten meines Bruders, daß diese Viren den Weg von Mexiko bis zu uns ja auch gefunden haben und sie deshalb vermutlich auch die Kammer und den Schuppen beim alten Gipsstollen durchsuchen würden.

Der Schwager, ich nenne ihn mal den naiven Grenzgänger, meinte daraufhin, daß er nun mit der ganzen Wahrheit nicht mehr hinter den Berg halten könne und er offenbarte mir nun auch sein letztes Geheimnis. Er erzählte mir, den Tränen nahe, daß er seine Schweine schon vor Wochen gegen Keuchhusten hätte impfen lassen und sie – und nun kommt es – täglich Antibiotika schlucken müßten, weil sein alter aber immer noch rüstiger Eber des Nachts seinen Stall zerdeppert habe und sich bei der anschließenden außerehelichen Sauerei bei der Sau des Nachbarhofes vermutlich einen Tripper eingefangen hätte. Die Keuchhustenimmunisierung und die täglichen 10000ie Gaben Peniscillin dürften wohl jedes noch so weit gereiste Virus töten, zumindest aber abschrecken. Tja, so sind sie, die Grenzgänger.

Bei soviel Gottvertrauen und unerschütterlichem Glauben an Baxter un Co konnte ich diesem ausländischen Schwager nur noch meine Bundeswehrrestbestände an Urgoderm anbiedern. Gasmasken und Dekontaminationsspray aus Ex-DDR Beständen müssen nun wohl über ebuy ihre Liebhaber finden.

Das Gespräch mit dem französisch sprechenden Schwager aus der Nähe von Bouzonville fand dieser Tage auf der Martinsfeier des Zwerghühnerzüchterverbandes e. V. auf der Toilette statt. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen des Angelsportvereins „Mittlere Wolga“ e. V. erfuhr, hat nahe Bouzonville ein illegaler Markt stattgefunden, auf dem – man höre und staune – ein Eber und drei Sauen samt Nachwuchs, fachmännisch zerteilt, Abnehmer gesucht hätten. Dies läßt in mir die Vermutung aufkeimen, daß das Wutzenfreckvirus doch erheblich raffinierter ist, als das RKI und die WHO bisher zugeben. Bei besagten, zum Kauf angebotenen Schweinereien kann es sich somit wohl nur um den Nebenerwerb des Grenzgehenden Fordmitarbeiters handeln.

Ab sofort kaufe ich mein Schweinefleisch nur noch bei Ali Ben Jussuf direkt hinter der Moschee.

12/11/2009 Verfasst von fletcher2 | Satire | , , , | Noch keine Kommentare

Eindeutig eindeutig!

Die Kanzlerin sagte auf einer Konferenz zu den internationalen Folgen des Mauerfalls: „Diese Welt wird keine friedliche Welt sein, wenn wir nicht zu mehr globaler Ordnung und zu mehr multilateraler Zusammenarbeit finden.“ Die im Dezember anstehende Klima-Konferenz von Kopenhagen werde beispielhaft dafür stehen, ob die Welt bereit sei, gemeinsam zu handeln in Bereichen, die nur global gelöst werden können. Die spannendste Frage, um Mauern zu überwinden, wird sein: Sind die Nationalstaaten bereit und fähig, Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben – koste es, was es wolle“, sagte Merkel.

Es muß jetzt offenbar sehr zügig gehandelt werden, um, durch den Vertrag von Lissabon, die Menschen in Europa nun endlich restlos knechten zu können. Nationalstaatliche Interessen dürfen diesem großen europäischen Gedanken dabei keinesfalls im Wege stehen. Schwindelerregende Summen an Geld, natürlich von den Bürgern erpreßt, sind für die Umsetzung dieses großen europäischen Gedankens eine Selbstverständlichkeit. Daß unsere Regierung federführend bei  diesem perversen Treiben agiert, darf nicht mehr verwundern.

Wenn man manchmal die laue Hoffnung erahnen mochte, daß das neoliberale Fundament der globalen Politik vielleicht doch hier und da mal einen Riß zeigen könnte, so muß man resigniert feststellen, daß nichts weiter als Enttäuschung gefolgt ist. Die neue deutsche Regierung aus CDU/CSU und FDP wird ihre Machtoptionen gegen ihr eigenes Volk und auch gegen die Völker Europas mit sehr viel Druck und Zwangsmaßnahmen durchsetzen. Sie macht keinen Hehl mehr aus ihrem Vorhaben, tatkräftig an der Installation einer neuen (Welt)Ordnung mitzuwirken. — Nein, ich spinne nicht! – Vieles, was in diesen Tagen und Wochen geschieht, spricht eine deutliche Sprache. Pandemie, ein urananreichernder Iran bedrohendes Israel, Kriegsspiel zwischen Süd- und Nordkorea, verstärkte Kriegsaktivitäten in Afghanistan, vermehrter Terror in Pakistan und eine immer noch wachsende Finanzkrise sind – verläßliche – Indikatoren zum Beginn des großen Spiels.

Wenn eins dieser Szenarien, vermeintlich, außer Kontrolle gerät, dann könnte das große Spiel beginnen. Wer dabei die besseren Trümpfe in Händen hält, kann jeder halbwegs klar Denkende ohne Not erkennen. Wenn die Völker – weltweit – weiter in Dauerstarre verharren, dann steht der Sieger von vorneherein fest. Ohne Wenn und Aber werden dann Zivilisation und Kultur auf ein Minimum reduziert.

Den USA, Europa und Israel stehen – Gott sei Dank oder leider Gottes – noch Rußland, China und Teile von Südamerika gegenüber. Egal, wer von diesen beiden Machtblöcken die besseren Karten hat; verlieren werden die Menschen – weltweit.

Bevor mich meine düsteren Gedanken vollends in den Abgrund ziehen, lese ich diese vier Zeilen – immer bei Bedarf:

„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“

Carl Theodor Körner, deutscher Dichter, gefallen 1813 im Freiheitskrieg gegen Napoleon

10/11/2009 Verfasst von fletcher2 | Politik | , , | 4 Kommentare

Denken muß man WOLLEN

Meinhard Miegel, Hans-Werner Sinn, Heinz Buschkowsky und Thilo Sarrazin – nur vier Idioten Individuen ohne Verstand aber dafür mit viel Einfluß. Wissen um Zusammenhänge von Sozialstaat und dessen Begünstigten ist in deren Verständnis irrelevant. Nur Behauptungen zählen – und sind sie noch so absurd!

Wenn Miegel sagt, daß es eine Unterschicht in diesem Ausmaß vor 20 Jahren nicht gegeben habe, so hat er Recht. Daß aber die integrationsunwilligen Ausländer und mehr Alleinerziehende für das Anwachsen der Unterschicht mitverantwortlich sind, ist nicht die Ursache, sondern die Wirkung. Ursachen sind die massive Lohndrückerei, die Jagd nach immer höheren Renditen, der Umbau von regulären Arbeitsplätzen in Zeitarbeitsjobs, die Ausweitung der Minijobs und der Ausstieg der Arbeitgeber aus ihrer Verantwortung, den Staat durch ihre Gewinne mit handlungsfähig zu halten. Dies sind nur einige Beispiele. Die Liste ist noch lange nicht zu Ende.

Die Politik der vergangenen Jahrzehnte hat ihre Verantwortung ihren Bürgern gegenüber aufgegeben. Sie hat sich zu einem willfährigen Instrument des neoliberalen Kapitalismus gemacht, hat nicht nur zugelassen, sondern aktiv und bewußt zur Zerstörung des Sozialstaates beigetragen. Politik hat dem Kapital Tür und Tor geöffnet, hat riesige Konzerne entstehen lassen, hat Banken und Börsen freie Hand gegeben und die gesamte wirtschaftliche- und Kapitalmacht somit zur Zerstörung sozialer, familiärer und kultureller Strukturen geradezu aufgefordert. Geld ist alles was zählt. Die Menschen, die nur noch einen Teil des Geldes erwirtschaften, sind in zunehmendem Maße entbehrlicher und somit mehr zur Last geworden, als nützlich zu sein. Billionen an Geldwerten sind durch nichts als leere Versprechen gedeckt. Gedeckt? Nein! Billionen an Geldwerten sind Billionen von Lügen und Zynismus!

Die wachsende Unterschicht in unserem Land ist gewollt und erfüllt einen bizarren Zweck. Sie sichert den Mächtigen ihre Macht, weil sie nach Belieben manipuliert und und benutzt werden kann. Sie sichert kleine Löhne, sie sichert kleine Renten, sie sichert eine katastrophale Bildung und zuletzt sichert sie genug Menschenmaterial für die Pharmaindustrie. An der wachsenden Unterschicht werden direkt und indirekt Milliardensummen verdient – bei geringsten Kosten. Um die Kosten der Einen noch weiter zu drücken – und somit die Gewinne der Anderen noch mehr zu steigern – wird in allen Gazetten und im Verblödungs-TV massiv Stimmung gegen diese Schmarotzer aus der Unterschicht gemacht.

Gutscheine für versoffene, verantwortungslose Kinderproduzenten sind da allemal besser als Bargeld. Die sollen froh sein, überhaupt überleben zu dürfen, in einem Staat der Leistungsträger – so der herrschende Tenor. Was diese Leistung tragenden Eliten jedoch noch ignorieren, ist die Tatsache, daß es eine natürliche Grenze gibt, die bald erreicht ist; und das wird demnächst zur bitteren Wirklichkeit für Alle werden. Unterdrückung und Ausbeutung der Massen hat bisher immer ein Ende gefunden.

Wir brauchen keine Unterteilung der Menschen in Eliten, Leistungsträger, Mittelschicht oder Unterschicht. Was wir brauchen, sind Menschen mit Verstand und Verantwortung, sind Menschen mit Herz, Humor und Mut; sonst bekommen wir anstatt einer Lösung nur ein neues, altes Problem. Meinhard Miegel, Hans-Werner Sinn, Heinz Buschkowsky und Thilo Sarrazin werden nie zu diesen Menschen gehören, denn ihr Verstand ist tot, ihre Verantwortung gilt nur ihnen selbst. Herz, Humor und Mut brauchen eine Seele, keinen menschlich anmutenden Automaten.

Diesen Herren wünsche ich nur einmal den Anblick des Elends.

So lange es auch nur ein verhungerndes Kind auf der Erde gibt, solange ist nicht ein Promille an Rendite legitim.

05/11/2009 Verfasst von fletcher2 | Gedanken | , | Noch keine Kommentare

Schicksal ist was Anderes

Schicksal Hartz IV
Der große Hartz-IV-Report
BILD.de enthüllt, was in den Job-Centern wirklich los ist

[...]Es sind Geschichten von Betrügern, Abzockern, Querulanten – aber auch von ganz normalen Menschen,[...]

Man merkt es sofort. Dieser außergewöhnlichste Report des Jahres ist, allein schon in seinem ersten Teil, an Objektivität und Unvoreingenommenheit kaum zu überbieten. Offiziellen, inoffiziellen oder irgendwelchen Schätzungen zufolge, leben 6,7 Millionen Menschen von Hartz IV.

Dieser Satz ist schlicht und ergreifend falsch! Diese, angenommenen, 6,7 Millionen Menschen, leben zu weit über 90% nicht, sondern sie vegetieren. Sie sind ausgeschlossen von der Teilhabe, ausgeschlossen aus der Gesellschaft.

Hier noch einmal die Regelsätze: Stand 01.07.09

359 Euro für Alleinstehende und Alleinerziehende
323 Euro für volljährige Partner
287 Euro für Kinder ab Beginn des 15. bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres
251 Euro für Kinder ab Beginn des 7. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres
215 Euro für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres

Im Einzelnen umfasst die Regelleistung in etwa folgende Bedarfe für einen Alleinstehenden mit 359,00€:

Nahrung, Getränke, Tabakwaren……………………………. – ca. 37 % –132,83€
Bekleidung, Schuhe……………………………………………… – ca. 10 % —35,90€
Wohnung (ohne Mietkosten), Strom……………………….. – ca. 8 % —–28,72€
Möbel, Apparate, Haushaltsgeräte…………………………. – ca. 7 % —–25,13€
Gesundheitspflege (z.B. Kosten für Medikamente,
Hilfsmittel)………………………………………………………… – ca. 4 % ——14,36€
Verkehr…………………………………………………………….. – ca. 4 % ——14,36€
Telefon, Fax……………………………………………………….. – ca. 9 % ——32,31€
Freizeit, Kultur…………………………………………………… -  ca. 11 % —–39,49€
Beherbergungs- und Gaststättenleistungen………………. – ca. 2 % ——–7,18€
sonstige Waren und Dienstleistungen (insb.
Kosten für Körperpflege und Hygiene)…………………….. – ca. 8 % ——28,72€

Sorry, ich kriege die Formatierung nich richtig hin.

Wenn man sich diese Zahlen noch einmal und ganz in Ruhe anschaut, dann erkennt man die ganze Verachtung der Politik gegenüber den Hilfe bedürfenden Menschen. Man spürt förmlich die Niedertracht, die diese Zahlen mehr als eindeutig belegen. Ich schreibe hier nichts Neues. Es ist alles bekannt. Auch die Hetze gegen die Unterschicht ist bekannt. Doch sie beginnt, eine neue Qualität und Quantität zu bekommen.

Vielleicht liegt es daran, um die künftigen Einschnitte bei Hartz IV besser rechtfertigen zu können. Wer schon zuviel bekommt, lügt, betrügt und gnadenlos abzockt, der muß in der verdummten Öffentlichkeit schon beizeiten als Sozialschmarotzer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

Hier noch ein Auszug aus dem BILD.de Artikel – man beachte im zweiten Abschnitt den zweiten Satz!!!!!

[...]Max M. arbeitete als Pilot in Amerika und kassierte Hartz IV

Max M.* (66) steht wegen Sozialbetrugs vor Gericht. In Deutschland kassierte er für seine sechsköpfige Familie sieben Jahre lang Hartz IV. Insgesamt 100 000 Euro.

Zeitgleich arbeitete der frühere Zeitsoldat in den USA für die Fluggesellschaft Aircraft, verdiente an Bord einer Boeing 737 bis zu 10 000 Euro im Monat.

„An Dreistigkeit und Schädlichkeit für die Allgemeinheit durch nichts zu toppen“, befand der Richter – und verurteilte den Piloten in erster Instanz zu einem Jahr und neun Monaten Haft.

Vor dem Oberlandesgericht Köln läuft gerade die Berufungsverhandlung.[]

Hier ist nur noch anzumerken: Wenn morgen, 28.10.09, die neue Regierung eingeführt wird, werden wir wieder den Amtseid der Kanzlerin und ihrer Minister hören, der ja kein Eid im Sinne der Justiz ist. Diese peinliche Prozedur könnte man getrost ad acta legen.

Der deutsche Amtseid ist in Art. 56 des deutschen Grundgesetzes festgelegt und wird vom Bundespräsidenten und nach Art. 64 vom Bundeskanzler und den Bundesministern bei ihrem Amtsantritt geleistet. Der Bundespräsident leistet den Amtseid auf einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat; der Bundeskanzler und die Bundesminister leisten den Eid vor den Mitgliedern des Bundestages.

Der Amtseid lautet:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden. (Art. 56 Satz 2 GG)
Rechtliche Stellung in Deutschland

Deutschland verbindet mit dem Amtseid eine alte Tradition, die in die Zeit der Aufklärung zurückreicht. Schon der preußische König Friedrich der Große (1740–1786) definierte in seinem Staat das Wohl des Einzelnen als oberstes Prinzip im Land. Dies wurde im allgemeinen Landrecht (1794) rechtlich festgelegt. Der Amtseid befindet sich schon in der Reichsverfassung vom 28. März 1849 (Abschnitt VII, Artikel I. §190) und dann wieder in der Weimarer Verfassung vom 11. August 1919 (Artikel 42).

Der Amtseid hat jedoch laut Aussage des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse keinerlei rechtliche Bedeutung, gegen Verletzungen des Amtseides kann nicht juristisch vorgegangen werden.

Unter anderem wurde der Artikel 56 GG in Maunz/Dürig/Herzog/Scholz, Kommentar zum Grundgesetz (Artikel 56 Randnummern 4 und 10), wie folgt kommentiert:

„Schon nach dem Text des Art. 56, aber auch nach der einfachgesetzlichen Regelung, die diese Frage im Gesetz über die Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung gefunden hat, hängt der Beginn der Amtszeit bzw. der Amtsbefugnisse des Bundespräsidenten nicht von der Eidesleistung ab. Art. 56 verlangt lediglich, dass diese in nahem zeitlichem Zusammenhang mit dem Amtsantritt stattzufinden hat. Mehr ergibt sich aus der Vorschrift nicht. Wie sämtliche Amtseide, die im deutschen öffentlichen Recht vorgesehen sind, ist auch der Amtseid des Bundespräsidenten in keiner denkbaren Beziehung strafbewehrt, etwa in dem Sinne, dass eine flagrante Verletzung der im Eid übernommenen Verpflichtungen strafrechtlich als Meineid o. Ä. gewertet würde.“

Und weiter:

„Kein Bundespräsident (und übrigens auch kein Bundeskanzler und kein Bundesminister) wird so zynisch und so machtbesessen sein, dass es ihm im Augenblick des Amtsantritts ausschließlich um die Macht, das Ansehen oder die persönlichen Vorteile geht, die mit dem anzutretenden Amt verbunden sind. Immer wird es ihnen darum gehen, „etwas zu bewirken“, d. h. Vorstellungen zu verwirklichen, die eng mit ihren politischen und ethischen Grundpositionen zusammenhängen, gleichgültig wie diese im einzelnen aussehen mögen und aus welchen geistigen Quellen sie sich speisen mögen. Auf diese Grundpositionen, die für den einzelnen u. U. wesentlich höher stehen und wesentlich verbindlicher sein mögen als irgendeine Rechtsvorschrift (und sei es die Verfassung), verpflichtet sich der neue Amtsträger vor der Öffentlichkeit zusätzlich, und wenn er sie halbwegs ernst nimmt, erwächst für ihn daraus ein Bündel zusätzlicher – eben außerrechtlicher – Motive, das Amt so zu führen, wie es der Verfassung und vor allem seinen verfassungsrechtlichen Möglichkeiten und Grenzen entspricht.“

28/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Politik | , , | Noch keine Kommentare

… so wie es kommen muß

Die Angst der Schwarz/Gelben Regierung vor der Unterschicht? Ist diese Angst nicht irreal, vielleicht schon eine Paranoia? Bis vor einem Jahr wurde eine Unterschicht in Deutschland geleugnet. Sozial Schwache, ja; aber Unterschicht, nein, niemals!

Man darf in Zeiten, wo alles Belanglose zu einem unbedingten Muß hochgepeitscht wird und alles, was wirklich wichtig ist, so weit als irgend möglich heruntergeredet wird, schon Hoffnung schöpfen, wenn Unleugbares, wie die Unterschicht, doch als Möglichkeit von den Politikern diskutiert wird. Kann es wirklich so sein, daß die Politik beginnt, die Veränderung in der Gesellschaft wahrzunehmen? Kann es auch sein, daß die Politik sich selbst zu sehr vertraute, sich, den Medien und den Geld- und Wirtschaftsbossen? Hat Sie wohlmöglich erkannt, daß zum Volk auch Hartz IV Empfänger, deren Kinder, RentnerInnen, Kranke und Menschen mit Migrationshintergrund gehören? Hat sie vielleicht sogar erkannt, daß diese Bevölkerungsteile nicht mehr gewillt sind, sich als Fußabtreter benutzen zu lassen?

Alle, die noch in Arbeit sind – als Vollzeitbeschäftigte mit halbwegs erträglichem Lohn, als Aufstocker, als Minijobber, als Freiberufler oder klein- und mittelständische Unternehmer – dies alles sind die potentiellen Kandidaten der neuen Unterschicht. Keiner hat heute mehr die Garantie des Arbeitsplatzes wie in einer wirtschaftlich aufstrebenden Republik der 50er, 60er und 70er Jahre. Keiner dieser genannten Menschen kann verläßlich seine Zukunft, geschweige denn die Zukunft seiner Kinder, planen. Keiner kann gesichert für das Alter vorsorgen und mit einem erträglichen Lebensabend rechnen. Die Menschenwürde und fast alle Werte eines Sozialstaates wurden in den letzten Jahrzehnten zerstört. Nähe, Gemeinsamkeit, Familien, sichere Arbeitsplätze, Leben sichernde Renten und die Existenz der vom Erwerbsleben Ausgestoßenen wurde und wird, vielleicht sogar in steigendem Maße, bewußt vernichtet. Fast das gesamte Volk wird ausgeplündert für die selbsternannten Eliten des Kapitals. Dabei sind es nur Verbrecher, die keinen Richter fürchten müssen. Es sei denn; das Volk wird zum Richter.

Es mag sein, daß ein gewisses Unbehagen den Oberen zu schaffen macht aber noch überwiegt die Gier, die Gier nach Allem von Jedem. Noch ist vermeintlich genug da, genug, was sich zu erpressen lohnt. Und noch ist das Volk ruhig. Die Stimmen der Wut werden zwar lauter aber es sind noch nicht genügend viele. Wenn die, noch gut Verdienenden arbeitslos werden und die Unterschicht ihr einziges Ziel sein kann, dann werden sich auch die Stimmen mehren. Dann werden auch Politiker und deren Herren die Zeichen der Zeit erkennen. Sie werden versuchen, diese Stimmen zum Schweigen zu bringen. Vielleicht gelingt es; aber ich glaube nicht daran. Zuviel Jahre und Jahrzehnte des Machtmißbrauchs der Eliten werden immer neue und immer lautere Stimmen vernehmen lassen, bis das Blatt gewendet und eine neue, gerechtere Ordnung geschaffen wird.

Ich wünsche uns und vor allen Dingen unseren Kindern und Enkelkindern und deren Nachkommen, daß wir und sie in einer Welt leben können, die uns nährt, uns kleidet, uns Obdach gibt und uns frei und gleichbestimmt unseren Interessen nachgehen läßt. Aller Zwang, dieses, durch Zins und Zinseszins geschaffenen Systems, muß ein Ende finden, weil sonst die Freiheit ihr Ende findet.

23/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Gedanken | , | Noch keine Kommentare

KLARTEXT

Also, das sollte man sich anhören.

19/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Politik | | Noch keine Kommentare

Schwarz/Gelb/Grün soll bundesweite Pflichtkoalition werden

150px-Flag_of_Jamaica.svgWie schon im Saarland zu beobachten war, ist das Wählervotum nicht zwingend bindend für koalierungspflichtige, regierungswillige Landgrafen à la Ulrich. Grün ist ja zuallererst einmal die Farbe der Hoffnung. Seit dem Neuen Testament ist dies auch amtlich belegt. In zweiter Linie kann Grün denn auch als Alibifarbe für bundesdeutsche Umweltaktivistenlehrlinge Verwendung finden. Bei dem neuen Koalitionsmitgliedsadel, Landgraf von hin und zu her Ulrich, überwog doch wohl die alte Neutestamentliche Interpretation der Farbe Grün als dem unverwechselbaren Zeichen der (berechtigten?) Hoffnung – auf was auch immer.

Daß ein gewisser Oskar L. sich, durch sein unberechenbares Verhalten als Chef der LINKEn, widerrechtlich Zugang zu Amt und Würden an der Saar verschaffen wollte, konnte von Neugraf Ulrich von der Grün unter keinen Umständen toleriert, geschweige denn akzeptiert werden. „Das einzige was im Saarland rot sein darf, ist der Himmel nach dem Hochofenabstich.“, so der grüne Quaker aus dem Landkreis des Mareshal Ney – (Saarlouis).

Der Schwarze Peter aus Eppelborn und der Gelbe Hartmann aus, was weiß ich woher, lockten mit der Neuinterpretation des Neuen Testaments den magentafarbenen Hoffnungsträger der grünen Grünen des Saarlandes in die Fänge der einzig wahren Koalition des ersten Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschlands – das bundesweite Geschichte schreiben wird. Man stellte sogar eine Städtepartnerschaft zwischen Lebach und Jamaika in Aussicht. Wegen der verschwindend geringen Anzahl saarländischer Inseln, ist man bereit, Jamaika als ebenbürtige Stadt (Staat?) von Lebach zu tolerieren. Dieses Zugeständnis Schwarz/Gelber Führungseliten trieb, unbestätigten Berichten zufolge, Landgraf Ulli von der Tann das Feuchte in die Augen. Unter heftigem Schluchzen und von Weinkrämpfen geschüttelt, fiel Grünverkohlulli auf die neuadelige Schnauze und soll, ebenfalls unbestätigten Berichten zufolge, dem Schwarzen Peter und dem Gelben Hartmann Treue bis in den politischen Tod geschworen haben.

Derweil hat sich O. Lafontaine mit seinem Adoptivsohn Heiko M. und dessen Cousin Reinhold J. verständigt, dem Schwarzen Peter, dem Gelben Hartmann und dem Grünen Etwas, etwas entgegenzusetzen – und wenn es auch nur etwas Gerechtigkeit wäre. Die Drei von der ZTankstelle sind sich einig, Jamaika den Jamaikanern wieder zurückzugeben und Deutschland gegen diese Wilden aus dem Wilden Westen zu verteidigen. Wenn es Jamaika schon bis zu uns geschafft hat – und das sogar gegen den mehrheitlichen Wählerwillen – dann kann man getrost von einer feindlichen Übernahme ausgehen. Menschen mit noch selbstständigem Restverstand und Sinn für Realitäten sind aufgefordert, Jamaika wieder als das darzustellen, was es ist – eine sympatische Inselbevölkerung in der Karibik mit Winterbobambitionen und unverkennbaren Frisuren – und nicht als tragfähige und wohlmöglich noch favorisierte Regierungskoalition neoliberaler Prägung, die das Wohl der deutschen Bevölkerung im Auge hat.

Der Schwarze Peter, der Gelbe Hartmann und der Grüne Ulrich müssen als das gesehen werden, was sie sind – machtgeile Politiker in Diensten des Neoliberalismus. Jetzt und in den nächsten fünf Jahren ist im Saarland eine Rot-Rote Einigkeit gegen Jamaika ein absolutes Muß – soll das Saarland nicht noch weiter gegen die Wand gefahren werden.

Ich wünsche Oskar Lafontaine und Heiko Maas soviel Sachverstand und Akzeptanz, damit sie ihre ganze Kraft denen widmen, die ihnen ihre Stimme gaben und daß sie diejenigen kontrollieren, die uns kontrollieren wollen.

Politik ist ein Spiel für Wenige und meist bittere Realität für Viele.

18/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Satire | | Noch keine Kommentare

Einladung zu einem Filmbeitrag über Uranmunition

Diese Mail an Gerd Flegelskamp gebe ich gerne weiter. Wer Interesse an diesem Filmbeitrag über die Auswirkungen von Uranmunition hat, der möge sich den Termin bitte vormerken.

Quelle: http://www.flegel-g.de/

Eine Einladung

Diese Mail erreichte mich heute. Ich veröffentliche sie gerne, denn auch ich bin der Meinung, daß Uranangereicherte Munition ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Kein Staat, der diese Munition verwendet, darf sich als freiheitliche und Frieden-schaffende Nation bezeichnen, egal ob Rußland, die USA, Großbritannien, Frankreich und wer sie noch so alles anwendet.
Wann kommt es bei diesen Kriegsverbrechen endlich zu einem Massenaufstand der Bevölkerungen?

Noch ein Tipp! Rufen Sie am Tag vorher an, ob es bei dem Termin bleibt, wegen dem kleinen Unterschied zwischen theoretischer und praktizierter „Demokratie“.


Hier die Mail

Sehr geehrter Herr Flegelskamp,

Der engagierte Filmemacher  und mehrfache Grimme-Preisträger Frieder Wagner aus Köln wird am 13.11.2009 um 19:00 Uhr im Greifswalder Dom im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade

seinen Film „Todesstaub“ (Deadly Dust) vorführen, und im Anschluss für die Beantwortung von Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen.

Dieser Film handelt von den furchtbaren Auswirkungen von Uran-Munition bei Freund und Feind, und die Verseuchung von Landesteilen dieser Erde auf Jahrmillionen. Uran-Munition, die von den Alliierten Streitkräften im Irakkrieg, im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan eingesetzt wurden und immer noch werden. Uran-Munition, die als Waffe gegen Armeen eingesetzt, aber den größten und furchtbarsten Schaden an der Zivilbevölkerung hinterlässt. An Männern, Frauen, Greisen und vor allem an den Kindern und am ungeborenen Leben.

Ein Film der Aufrüttelt und gleichermaßen tiefe Gefühle hervorruft.

Ich würde mich ausserordentlich freuen, wenn Sie  diese Veranstaltung auch auf Ihrer Seite und anderen, wie Blogs o.ä. bewerben könnten, um eine möglichst große Zahl an Menschen in Greifswald, Rostock, Wismar, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund,  wie auch aus den Umlandgemeinden in diese Filmvorführung zu bekommen, und so die Menschen endlich zum Nachdenken und vielleicht sogar zum Handeln anzuregen.

Greifswald ist Universitätsstadt, und gerade darin liegt eine ungeheure Möglichkeit Studenten und Professoren, Menschen mit einem hohen Bildungsgrad und Verbindungen in, ich sage mal machtrelevante Kreise, aufzurütteln, wachzumachen und als Multiplikator für das Verbot dieser menschenverachtenden Waffen und grausamen Kriege zu nutzen.

Bitte teilen Sie mir Ihre hoffentlich positive Entscheidung baldigst mit, damit die Freiheit und die Würde der Menschheit vielleicht einen Schritt vorankommen können in dieser Zeit wo das genaue Gegenteil von dem, nämlich das Krieg Führen mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird.

Mit freundlichen Grüssen aus Medow

Hans-Ulrich Böttcher


Deadly Dust – Todesstaub
Kino-Dokumentarfilm

Nominiert für den besten Dokumentarfilm für „Cinema for Peace“ auf der Berlinale 2007
(Länge 93 Min.)

Der Dokumentarfilm erzählt von einem Kriegsverbrechen: Dem Einsatz der Uranmunition im Irak, im Bosnienkrieg und im Kosovo. Diese „Wunderwaffe“ der Alliierten durchdringt einen feindlichen Panzer wie ein Messer die Butter. Dabei verbrennt das radioaktive Uran, das zudem hochgiftig ist und eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren hat, zu winzigsten Nanopartikelchen. Eingeatmet können sie tödliche Krebstumore verursachen und den genetischen Code aller Lebewesen für viele Generationen deformieren. In den betroffenen Ländern sind inzwischen ganze Regionen unbewohnbar geworden.


„Was hier, in dem Film DEADLY DUST – TODESSTAUB“ gezeigt wird, ist das unsagbarste und schlimmste Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte, denn die Krankheits- und Todesfolgen sind zeitlich absolut unabsehbar für die DNA von Mensch und Natur – nicht nur in den bombardierten Kriegsgebieten – sondern WELTWEIT!“

Die Künstlerin Nina Hagen auf ihrer Webseite


proverum Videoproduktion

Nerdin 26A

17391 Medow

0152-29272548

17/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Politik | | Noch keine Kommentare

Anfang oder Ende

GemeinsamkeitIn guten Zeiten wird sich die Welt den Herzen weiten, in Schlechten hingegen, bringt allein Denken den Segen.

Eigentlich müßte es umgekehrt sein. In schlechten Zeiten ist oft das Herz der bessere Verstand. Nur wird kaum einer den Herzen glauben und statt dessen dem scharfen, analytischen Verstand der Macher unterliegen. Dabei ist dieser Verstand eigentlich gar keiner, im Sinne von denken und urteilen, sondern eher ein Trieb – ein untherapierbarer Trieb.

Wenn man die Geschichte der Menschheit oder des Wachsens allgemein vor seinem geistigen Auge Revue passieren läßt, dann muß man eigentlich resignieren. Wenn Evolution nur den Fortschritt des aufrechten Ganges gebracht hat, und wie es aussieht, hat sie nicht viel mehr erreicht, dann kann man fast verzweifeln. Vielleicht sind wir aber auch an einem Wendepunkt angekommen. Oder besser gesagt, an einem Punkt, der grundlegend Neues hervorbringen muß. Ja, muß!

Sollte es so weitergehen wie bisher, wie uns die jüngere Geschichte der Entwicklung der Menschen zeigt, wird es den Menschen nicht mehr möglich sein, in ihrer bisherigen Weise weiter zu existieren. Die Entwicklung des Menschen in seiner jetzigen Form ist abgeschlossen. Was ich meine, ist, daß der Geist des Menschen – gemäß den Gesetzen der Evolution – einen Sprung nach vorne, zu einem neuen Denken vollziehen muß; andernfalls wird die Gattung Mensch sich selbst der Degeneration und somit ihrem eigenen Untergang verschreiben. Es kann nicht anders sein.

Was wir weltweit sehen und auch hautnah erleben, ist der Anfang des Untergangs der Kulturen. Es ist schon eine merkliche Zurückentwicklung der emotionalen Intelligenz zu sehen und vor allen Dingen zu spüren. Es wird nicht mehr nach ehemals menschlichen Werten gehandelt, sondern nach ungezügelten Trieben; über alle Vernunft hinweg. So kann ein friedliches und soziales Miteinander unmöglich funktionieren. Wenn sich jeder selbst der nächste ist, seinen Nachbarn als Konkurrenten sieht, nur noch dem eigenen Vorteil Gehorsam zollt, dann entsteht eine Gesellschaft der Einzelkämpfer, eine Gesellschaft, wo Jeder gegen Jeden antritt. Die Jungen, die Schwachen, die Alten und die Friedfertigen werden in solch einer Gesellschaft in der Gruppe der Verlierer untergehen. Die Starken sind aber nur die vermeintlichen Sieger. Sie siegen in tausenden Schlachten und verlieren werden sie in einer Einzigen. Alle können nicht gewinnen. Immer wieder werden auch die einstigen Sieger zu Verlierern. Dies wird sich wohl so lange fortsetzen, bis es nichts mehr gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Wenn es so weit kommen sollte, vielleicht erst in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten, dann wurde das Schicksal der Menschen heute besiegelt. Hier, heute, in diesem Jahrhundert. Dieses Szenario wünsche ich unseren Nachfolgern nicht. Auch wenn wir, heute, nicht von dem Untergang der Menschheit betroffen sein könn(t)en, so sind wir doch mit dafür verantwortlich. Unser Verhalten, heute, wird ausschlaggebend sein, wie sich die Zukunft der Menschheit gestalten wird. Werden die Menschen nur eine Episode in der Geschichte sein oder wird es die Geschichte der Menschen werden. Es liegt an uns. Hier, heute, jetzt – sind wir gefordert.

Der menschliche Geist hat genügend Potential, zu erkennen, wo und wie welcher Weg wohin führen wird. Nur wissen die allermeisten Menschen nicht um ihre geistige Stärke. Entweder sind sie zu träge und zu satt, wie die Menschen der ersten Welt; oder sie sind zu schwach und zu hungrig, wie die Menschen der dritten Welt. Beides sind keine guten Voraussetzungen, den richtigen Weg zu finden und ihn dann auch noch zu gehen. Eine Hoffnung gibt es aber. Das ist die Vielfalt der menschlichen Wesen. In beiden Gruppen gibt es Menschen, die sich ein eigenständiges Denken bewahrt haben, denen die Menschen an sich wichtig sind, die nicht Macht und Einfluß um jeden Preis anstreben. Macht und Einfluß können auch positiv genutzt werden – als Selbstzweck des Guten.

Ja, ich weiß! Diese Worte sind pathetisch. Wie aber soll ich anders meine Verzweiflung und auch meine Hoffnung beschreiben? Wie kann ich mit einfachen, schlichten Worten sagen, was ich für fast unbeschreiblich halte? In diesem Artikel fehlt noch so vieles was wichtig wäre. Dieses Thema ist eigentlich zu groß für mich allein. Vielleicht habe ich den Ein oder Anderen doch erreicht und vielleicht erreicht wiederum der Ein oder Andere noch jemanden, dessen Geist offen ist.

Eine einzelne Schneeflocke ist zart und schwach aber viele Schneeflocken können zu einer Lawine mit ungeheurer Kraft werden – die Altes einreißt, an dessen Stelle dann Neues entstehen kann.

15/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Gedanken | | Noch keine Kommentare

Auch das noch

Das hat ja gerade noch gefehlt! Saarmaika ist (so gut wie) da! Grüne und Schwarze können nur zu einem kleinsten gemeinsamen Nenner zusammenfinden. Die Dummen werden wieder einmal die sein, die Veränderung wollten und doch nur Aufgewärmtes erhalten. Mit Schwarz/Gelb/Grün wird das Saarland seinen Platz unter den Verlierern tapfer verteidigen und der Regierungskoaltition von CDU/CSU und FDP im Bundesrat einen Durchmarsch der Gesetze ermöglichen.

Ganz abgesehen davon, wird die soziale Kälte zunehmen. Wer die Kasper der Saar-FDP und die Versager der Saar-CDU schon kennt, der wird jetzt eben auch die Saar-Grünen Charakternieten kennenlernen. Daß eine Rot-Rot-Grüne Regierung an der Saar gegen die Diktatur der Neoliberalen im Bund zu einem Zeichen eines Neuanfangs hätte werden können, hat wieder einmal die Unvernunft verhindert.

Man kann von Oskar Lafontaine halten was man will, man kann ihn mögen oder nicht; aber man kann ihm nicht vorwerfen, charakterlos oder machtgeil zu sein. Daß er ein kluger Kopf ist, hat er schon sehr oft bewiesen. Daß er ökonomischen Sachverstand und ein Gespür für das Kommende hat, hat er ebenfalls zur Genüge unter Beweis gestellt. Was will man eigentlich von ihm? Will man, daß er gegen seine Überzeugung und gegen die Mehrheit der Bevölkerung agiert? Ist man sauer auf ihn, weil man sein Potential kennt und er es ihnen nicht zur Verfügung stellt? Oder hat man einfach nur Angst vor ihm? Angst, daß er es doch noch schaffen könnte, das Volk über das wahre Bestreben der Finazhaie, der Wirtschaft und der Schwarz/Gelben Politkasper aufzuklären? Ja, es ist die Angst der Herrschenden, ihre Macht und ihren Einfluß zu verlieren und ihrer Gier nicht mehr frönen zu können! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Es kommt die Zeit, wo unterdrückte Menschen ihre Stärke erkennen und ihre legitimen Rechte einfordern.

Macht in der Politik ist ein Spiel, dessen Ausgang für viele tödlich sein kann. Siehe Kriege, siehe Hunger. Die Einschränkung der Freiheit jedes Einzelnen macht das Leben, wiederum für viele, zu einem Kampf gegen eigene Wut und Ohnmacht, zu einer Gratwanderung zwischen Dulden und Aufbegehren. Der Wunsch der Saarländer, eine Rot-Rot-Grüne Regierung an der Saar zu ermöglichen, hat das Ergebnis der Landtagswahl eindeutig gezeigt. Die Hoffnung auf einen Wechsel wurde enttäuscht. Die Hoffnung auf Besserung wird erst garnicht mehr aufkommen. Bleibt nur noch die Hoffnung, daß die, erst noch einsetzende, wirkliche Krise, den Menschen den entscheidenden Impuls zum Handeln bringt. Die Zeit ist längst überfällig.

12/10/2009 Verfasst von fletcher2 | Politik | | 2 Kommentare