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Weit ist der Weg

10/05/2010 1 Kommentar

Der ist gerettet für die Spekulanten, Europa hat die Intensivstation verlassen. Natürlich hat der europäische Patient etwas gelitten. Seine Extremitäten (PIIGS) weisen akute Lähmungserscheinungen auf, die chronisch zu werden drohen. Die inneren Organe – Herz Frankreich – Leber Österreich – Nieren Benelux – Darm Ostländer – sind durch permanenten Sauerstoffmangel und chronische Anämie latent gefährdet. Das – Gehirn Deutschland – hat seine regulären Funktionen weitgehend auf das absolut Nötigste heruntergefahren. An Verstand im Allgemeinen und an einer sich möglicherweise ergebenden Logik im Besonderen ist seit gestern abend nicht mehr zu denken.

Da ich weder Volks- noch Betriebswirt bin, von globaler Ökonomie soviel Ahnung habe, wie mir mein 56jähriger Verstand großzügig zu geben bereit war, kann ich dieses retten, eines von Anfang an nicht (über)lebensfähigen Patienten mit dem Namen Europäische Union nicht nachvollziehen. Von der Struktur her könnte man Europa als integriertes Staatenprodukt mit einer gemeinsamen Führung locker mit Afghanistan vergleichen. Dort herrschen Stammesfürsten mit eigener Tradition und mit unterschiedlichen Glaubensauslegungen jeweils in ihrer, seit Generationen angestammten Heimat und sollen sich doch einer Zentralregierung unterordnen, die nach westlichem Vorbild eingeführt wurde. Das funktioniert dort weder heute noch irgendwann in absehbarer Zeit.

Genauso ist es in Europa! Die Nationalstaaten dieses Kontinents könnten unterschiedlicher in ihrer Kultur, ihrer Denkweise und ihres Lebensstils nicht sein. Und doch versucht man hier bei uns, und das mit allen undemokratischen Mitteln, ein gemeinsames Haus mit einer für alle gültigen Ordnung zu errichten. Doch man hat schon beim Fundament versagt, z. B. einer gemeinsamen Sprache. Dieser Patchwork-Staatenverbund ist gemeinsam nicht lebensfähig. Zu unterschiedlich sind die Interessen, zu unterschiedlich die Größen, die Leistungen und ganz und gar unterschiedlich sind die kulturellen und geistigen Grundlagen und Grundbedürfnisse der einzelnen Länder.

Dieses wackelige Konstrukt mit Namen Europa kann sich weder innerhalb, außerhalb, für oder gegen die globalisierte Welt(ordnung?) als Einheit integrieren und als Einheit der Unterschiede“ seinen Bewohnern ein gerechtes Miteinander ermöglichen. Die Knechtung der Menschen durch die neolibereale Diktatur in der EU ist für die Finanzeliten der Erde mit die Garantie auf fast unendlichen Ertrag. Einige Wenige saugen diese Erde aus. Sie vernichten Würde, Solidarität, Freude und Leben. Kein Mensch kann sich dem entziehen, solange sie in der Mehrheit nicht erkennen, daß sie nur Mittel zum Zweck sind. Die Regierung der EU in Brüssel erhielt ihre Macht durch die neoliberalen Marionetten des Kapitals der Nationalregierungen und sie ist mittlerweile so stark, daß sie mit den Menschen in Europa tun und lassen kann was sie will.

Durch das alternativlose Rettungspaket der EU werden die Spekulanten und die Banken unermeßliche Gewinne machen, während die Bevölkerung über Generationen dafür bluten muß. Europa als Nation hat nie existiert und Europa als Volksgemeinschaft wird nie funktionieren.

Eine Währungsunion die aus einer Vielzahl wirtschaftlich grundverschiedener Volkswirtschaften besteht kann nie eine stabile Basis haben. Kompromisse, die dem Schwächsten und dem Stärksten gerecht werden müssen, könnten auf Dauer nur im Idealfall Bestand haben. Bei über sechs Milliarden Menschen in über einhundertneunzig Staaten kann es aber keinen Idealfall geben. Die Politik in Europa hat versagt; genauso wie die Politik in den USA und in allen wirtschaftlich starken Regionen weltweit. Sie alle gaben dem Diktat des Kapitals die Legitimation, die Menschen der Welt zu ruinieren und die Ressourcen des Planeten zu plündern.

Die Zeit, in der die globale Wirtschaft und das gesamte Finanzkonstrukt kollabieren werden, ist nicht mehr lange hin. Anstatt die Notbremse zu ziehen und diese unsägliche EU aufzulösen, nationale, staatliche Währungen einzuführen und sich so zu regenerieren, gaben diese bestochenen Politiker Vollgas in den kompletten Ruin. Sie haben den sturmreif geschossen und die Menschen endgültig an die Finanzverbrecher verkauft.

Was in den nächsten Jahren kommen wird, mag ich mir nicht auszumalen. Vielleicht haben die Menschen in Griechenland einen Gedanken gepflanzt, vielleicht werden die Menschen in Portugal, Spanien und Irland diesen Gedanken zum Wachsen bringen und vielleicht werden die Menschen in Resteuropa dann diesem Gedanken Worte geben und Taten folgen lassen. Wollen wir’s hoffen.

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Grenzverkehr

Die Schweinegrippe – sie läßt mich einfach nicht los. Eine Frau ist nach der Impfung gestorben, zwei Männer gerade noch mal so mit dem Leben davongekommen.

Die Wutzenfreck, wie wir sie hier im Saarland schelmisch betiteln, hat den ganzen Globus infiziert; wie weiland die Fußball-WM 2006 oder 2007 oder war’s doch 1974. Na ja, egal. Was sind schon Zahlen in der Realität des Lebens? Sieht man ja an unseren Bankstern und den Politgangs. Zahlen bestehen doch hauptsächlich nur noch aus irgendwelchen nachfolgenden Nullen. Aber zurück zur Wutzenfreck. Ich kenne einen Kollegen eines entfernten Bekannten meines Bruders; dessen Schwager hat in Bouzonville, also Ausland, einen Schweinezuchtbetrieb. Eher so nebenher, neben der hauptamtlichen Arbeit bei Ford auf’m Röderberg. Dieser gute Freund hat mir nun im Vertrauen verraten, wie er seine Porc’s vor dem Virus schützen tut.

Zuerst verfrachtete er seine drei Sauen, samt Nachwuchs, in den Schuppen nahe des alten Gipsstollens und seinen, schon etwas betagten Zuchteber, brachte er in der Kammer hinter dem ehelichen Schlafzimmer unter. Er meinte, daß das Virus jetzt ungestört seinen Hof überennen könne, ohne, jetzt durch die nicht mehr vorhandenen Schweine, aufgehalten zu werden. Da ich Viren generell nicht auf Anhieb vertraue, meinte ich zu diesem Schwager des Bekannten meines Bruders, daß diese Viren den Weg von Mexiko bis zu uns ja auch gefunden haben und sie deshalb vermutlich auch die Kammer und den Schuppen beim alten Gipsstollen durchsuchen würden.

Der Schwager, ich nenne ihn mal den naiven Grenzgänger, meinte daraufhin, daß er nun mit der ganzen Wahrheit nicht mehr hinter den Berg halten könne und er offenbarte mir nun auch sein letztes Geheimnis. Er erzählte mir, den Tränen nahe, daß er seine Schweine schon vor Wochen gegen Keuchhusten hätte impfen lassen und sie – und nun kommt es – täglich Antibiotika schlucken müßten, weil sein alter aber immer noch rüstiger Eber des Nachts seinen Stall zerdeppert habe und sich bei der anschließenden außerehelichen Sauerei bei der Sau des Nachbarhofes vermutlich einen Tripper eingefangen hätte. Die Keuchhustenimmunisierung und die täglichen 10000ie Gaben Peniscillin dürften wohl jedes noch so weit gereiste Virus töten, zumindest aber abschrecken. Tja, so sind sie, die Grenzgänger.

Bei soviel Gottvertrauen und unerschütterlichem Glauben an Baxter un Co konnte ich diesem ausländischen Schwager nur noch meine Bundeswehrrestbestände an Urgoderm anbiedern. Gasmasken und Dekontaminationsspray aus Ex-DDR Beständen müssen nun wohl über ebuy ihre Liebhaber finden.

Das Gespräch mit dem französisch sprechenden Schwager aus der Nähe von Bouzonville fand dieser Tage auf der Martinsfeier des Zwerghühnerzüchterverbandes e. V. auf der Toilette statt. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen des Angelsportvereins „Mittlere Wolga“ e. V. erfuhr, hat nahe Bouzonville ein illegaler Markt stattgefunden, auf dem – man höre und staune – ein Eber und drei Sauen samt Nachwuchs, fachmännisch zerteilt, Abnehmer gesucht hätten. Dies läßt in mir die Vermutung aufkeimen, daß das Wutzenfreckvirus doch erheblich raffinierter ist, als das RKI und die WHO bisher zugeben. Bei besagten, zum Kauf angebotenen Schweinereien kann es sich somit wohl nur um den Nebenerwerb des Grenzgehenden Fordmitarbeiters handeln.

Ab sofort kaufe ich mein Schweinefleisch nur noch bei Ali Ben Jussuf direkt hinter der Moschee.

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Eindeutig eindeutig!

10/11/2009 6 Kommentare

Die Kanzlerin sagte auf einer Konferenz zu den internationalen Folgen des Mauerfalls: „Diese Welt wird keine friedliche Welt sein, wenn wir nicht zu mehr globaler Ordnung und zu mehr multilateraler Zusammenarbeit finden.“ Die im Dezember anstehende Klima-Konferenz von Kopenhagen werde beispielhaft dafür stehen, ob die Welt bereit sei, gemeinsam zu handeln in Bereichen, die nur global gelöst werden können. Die spannendste Frage, um Mauern zu überwinden, wird sein: Sind die Nationalstaaten bereit und fähig, Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben – koste es, was es wolle“, sagte Merkel.

Es muß jetzt offenbar sehr zügig gehandelt werden, um, durch den Vertrag von Lissabon, die Menschen in Europa nun endlich restlos knechten zu können. Nationalstaatliche Interessen dürfen diesem großen europäischen Gedanken dabei keinesfalls im Wege stehen. Schwindelerregende Summen an Geld, natürlich von den Bürgern erpreßt, sind für die Umsetzung dieses großen europäischen Gedankens eine Selbstverständlichkeit. Daß unsere Regierung federführend bei  diesem perversen Treiben agiert, darf nicht mehr verwundern.

Wenn man manchmal die laue Hoffnung erahnen mochte, daß das neoliberale Fundament der globalen Politik vielleicht doch hier und da mal einen Riß zeigen könnte, so muß man resigniert feststellen, daß nichts weiter als Enttäuschung gefolgt ist. Die neue deutsche Regierung aus CDU/CSU und FDP wird ihre Machtoptionen gegen ihr eigenes Volk und auch gegen die Völker Europas mit sehr viel Druck und Zwangsmaßnahmen durchsetzen. Sie macht keinen Hehl mehr aus ihrem Vorhaben, tatkräftig an der Installation einer neuen (Welt)Ordnung mitzuwirken. — Nein, ich spinne nicht! — Vieles, was in diesen Tagen und Wochen geschieht, spricht eine deutliche Sprache. Pandemie, ein urananreichernder Iran bedrohendes Israel, Kriegsspiel zwischen Süd- und Nordkorea, verstärkte Kriegsaktivitäten in Afghanistan, vermehrter Terror in Pakistan und eine immer noch wachsende Finanzkrise sind – verläßliche – Indikatoren zum Beginn des großen Spiels.

Wenn eins dieser Szenarien, vermeintlich, außer Kontrolle gerät, dann könnte das große Spiel beginnen. Wer dabei die besseren Trümpfe in Händen hält, kann jeder halbwegs klar Denkende ohne Not erkennen. Wenn die Völker – weltweit – weiter in Dauerstarre verharren, dann steht der Sieger von vorneherein fest. Ohne Wenn und Aber werden dann Zivilisation und Kultur auf ein Minimum reduziert.

Den USA, Europa und Israel stehen – Gott sei Dank oder leider Gottes – noch Rußland, China und Teile von Südamerika gegenüber. Egal, wer von diesen beiden Machtblöcken die besseren Karten hat; verlieren werden die Menschen – weltweit.

Bevor mich meine düsteren Gedanken vollends in den Abgrund ziehen, lese ich diese vier Zeilen – immer bei Bedarf:

„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“

Carl Theodor Körner, deutscher Dichter, gefallen 1813 im Freiheitskrieg gegen Napoleon

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