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Yes, We can

Offener Brief

Liebe katholische und evangelische Christenführer in Deutschland – Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann – und weltweit.
Liebe evangelische und katholische Christen in Deutschland – und weltweit.

Was mich veranlaßt, diesen offenen Brief an Sie  und Sie Alle zu schreiben, ist folgendes:
Seit Jahrzehnten ist weltweit zu beobachten, daß der Zusammenhalt der Menschen, das Verständnis, das Zueinander, abnimmt. Ehemals fundamentale Werte menschlichen Miteinanders verlieren immer mehr und immer schneller an Bedeutung. Und nicht nur das; sie werden mit einer ungeheuren Kraft und Ausdauer zerredet, als veraltet dargestellt und durch neue „Werte“ ersetzt.

Diese alten Werte, von denen ich hier rede, sind aber das Grundgerüst, das Fundament eines friedlichen und menschenwürdigen Lebens aller Menschen. Wir sind alle verwoben in der Familie und der Gesellschaft. Niemand wird sich auf Dauer und ganz von seinem Umfeld lösen können.

Betrachten wir aber mal die heutige Familie in der Industriegesellschaft. In den meisten Fällen müssen beide Eltern arbeiten, um ein relativ sorgenfreies Leben für sich und ihre Kinder zu erreichen. In sehr großen Teilen der Bevölkerung ist dies die einzige Alternative. Andere Familien können sich nur einen Verdiener leisten und müssen oftmals staatliche Unterstützung zusätzlich beziehen. Anders ist ihr Überleben nicht gesichert. Wiederum andere Eltern(teile) und Alleinerziehende können nicht arbeiten, weil a) keine Arbeitsplätze da sind und/oder b) keine Möglichkeiten bestehen, Kinder (angemessen) zu betreuen. Diese Menschen sind dann ganz und gar auf staatliche Unterstützung angewiesen und müssen die – allseits bekannten – Repressionen über sich ergehen lassen. „Fördern und Fordern“, „Sozial ist, was Arbeit schafft“; nur zwei menschenverachtende Slogans heutiger Politik. Die Umsetzung dieser Slogans mittels unserer Regierung ist Zynismus in Reinkultur. Sie beschleunigt den physischen und psychischen Verfall ganzer Bevölkerungsteile enorm.

Wo bleiben Sie, liebe Kirchenführer, wo ist Ihr Aufschrei gegen dieses menschenverachtende Treiben unserer Politiker, unserer großen Konzernlenker und unserer großen Geldabzocker? Haben Sie etwa Angst um Ihre staatlich eingezogenen Zwangszuwendungen, sprich Kirchensteuer? Denken und handeln Sie mittlerweile genauso wie diese Menschenverachter? Sind Ihnen die Schicksale Ihrer Anhänger oder etwa gar aller  Menschen egal? Sie hätten die Möglichkeiten und das Potential, wenigsten Änderungen zum Besseren zu versuchen. Sie hätten die Öffentlichkeit, die es braucht, um diese Mißstände Allen aufzuzeigen.

Was würde wohl Jesus Christus zu Ihrem Verhalten sagen und was sagt Ihnen Ihr Gewissen? Alles Bestens? Wohl kaum! Veränderung muß man wollen – und Veränderung zum Besseren muß man durchsetzen. Alles Andere ist nur heiße Luft, ist rhetorische Psychopharmaka fürs Volk. Daß Sie untätig sind; den drei Affen gleich – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – wissen Sie. Wie lange wollen Sie noch warten? Wieviele Menschen müssen noch solch ein unwürdiges Leben leben? Was ist schon die Bezeichnung „Christ“? Nur Schall und Rauch – bis auf ganz wenige Ausnahmen! Kirchen, ob katholisch oder evangelisch, wollen verdienen, wollen ihre Macht ausbauen, zumindest aber sichern. Nichts weiter! Soziales Engagement ist nur das Schafsfell über dem Wolfskörper. Aber das ist ja nichts Neues! Kirchen waren schon immer politisch und machtbesessen! Ändern Sie sich und ändern Sie endlich Ihre Einstellung gegenüber den Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Finanzen – zum Wohl derer, die nur „leben“ wollen.

Das ist mein Appell, nicht nur an Sie, die Führer der Kirchen, sondern an alle Menschen die sich als Christ bezeichnen. Jeder – soll zumindest nach seinen Möglichkeiten – versuchen, so zu leben und zu handeln, daß das Wort „Christ“ nicht nur ein Wort bleibt. Und diese Lebensweise ist religionsunabhängig – sie ist allein jedem einzelnen Menschen geschuldet.

Ein sehr mächtiger Mann hat einmal gesagt: „Yes, We can!“ Diese Möglichkeit haben wir alle. Nutzen wir sie – und handeln danach!

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Kategorien:Gedanken
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