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… so wie es kommen muß

Die Angst der Schwarz/Gelben Regierung vor der Unterschicht? Ist diese Angst nicht irreal, vielleicht schon eine Paranoia? Bis vor einem Jahr wurde eine Unterschicht in Deutschland geleugnet. Sozial Schwache, ja; aber Unterschicht, nein, niemals!

Man darf in Zeiten, wo alles Belanglose zu einem unbedingten Muß hochgepeitscht wird und alles, was wirklich wichtig ist, so weit als irgend möglich heruntergeredet wird, schon Hoffnung schöpfen, wenn Unleugbares, wie die Unterschicht, doch als Möglichkeit von den Politikern diskutiert wird. Kann es wirklich so sein, daß die Politik beginnt, die Veränderung in der Gesellschaft wahrzunehmen? Kann es auch sein, daß die Politik sich selbst zu sehr vertraute, sich, den Medien und den Geld- und Wirtschaftsbossen? Hat Sie wohlmöglich erkannt, daß zum Volk auch Hartz IV Empfänger, deren Kinder, RentnerInnen, Kranke und Menschen mit Migrationshintergrund gehören? Hat sie vielleicht sogar erkannt, daß diese Bevölkerungsteile nicht mehr gewillt sind, sich als Fußabtreter benutzen zu lassen?

Alle, die noch in Arbeit sind – als Vollzeitbeschäftigte mit halbwegs erträglichem Lohn, als Aufstocker, als Minijobber, als Freiberufler oder klein- und mittelständische Unternehmer – dies alles sind die potentiellen Kandidaten der neuen Unterschicht. Keiner hat heute mehr die Garantie des Arbeitsplatzes wie in einer wirtschaftlich aufstrebenden Republik der 50er, 60er und 70er Jahre. Keiner dieser genannten Menschen kann verläßlich seine Zukunft, geschweige denn die Zukunft seiner Kinder, planen. Keiner kann gesichert für das Alter vorsorgen und mit einem erträglichen Lebensabend rechnen. Die Menschenwürde und fast alle Werte eines Sozialstaates wurden in den letzten Jahrzehnten zerstört. Nähe, Gemeinsamkeit, Familien, sichere Arbeitsplätze, Leben sichernde Renten und die Existenz der vom Erwerbsleben Ausgestoßenen wurde und wird, vielleicht sogar in steigendem Maße, bewußt vernichtet. Fast das gesamte Volk wird ausgeplündert für die selbsternannten Eliten des Kapitals. Dabei sind es nur Verbrecher, die keinen Richter fürchten müssen. Es sei denn; das Volk wird zum Richter.

Es mag sein, daß ein gewisses Unbehagen den Oberen zu schaffen macht aber noch überwiegt die Gier, die Gier nach Allem von Jedem. Noch ist vermeintlich genug da, genug, was sich zu erpressen lohnt. Und noch ist das Volk ruhig. Die Stimmen der Wut werden zwar lauter aber es sind noch nicht genügend viele. Wenn die, noch gut Verdienenden arbeitslos werden und die Unterschicht ihr einziges Ziel sein kann, dann werden sich auch die Stimmen mehren. Dann werden auch Politiker und deren Herren die Zeichen der Zeit erkennen. Sie werden versuchen, diese Stimmen zum Schweigen zu bringen. Vielleicht gelingt es; aber ich glaube nicht daran. Zuviel Jahre und Jahrzehnte des Machtmißbrauchs der Eliten werden immer neue und immer lautere Stimmen vernehmen lassen, bis das Blatt gewendet und eine neue, gerechtere Ordnung geschaffen wird.

Ich wünsche uns und vor allen Dingen unseren Kindern und Enkelkindern und deren Nachkommen, daß wir und sie in einer Welt leben können, die uns nährt, uns kleidet, uns Obdach gibt und uns frei und gleichbestimmt unseren Interessen nachgehen läßt. Aller Zwang, dieses, durch Zins und Zinseszins geschaffenen Systems, muß ein Ende finden, weil sonst die Freiheit ihr Ende findet.

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