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Die zwei Seiten der Medaille

Die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor der UN hat wieder einmal für einen Eklat gesorgt. Dabei hat der iranische Präsident nur das gesagt, was sowieso alle wissen und doch keiner hören will – die Wahrheit.

Seit der Iran dem Westen nicht mehr folgt, sich gegen die Willkür der Weltpolizei USA stellt und das israelische Regime als das bezeichnet, was es ist; seit dieser Zeit ist der Iran der Feind der zivilisierten westlichen Welt. Was konkret hat der Iran gegen den Westen unternommen? Hat er 9/11 zu verantworten? Hat er Israel mit Krieg gedroht? Hat er die USA und Europa mit Raketen oder gar Atomraketen bedroht? Ist er überhaupt imstande, über alle Maßen hochgerüstete, Atommächte zu bedrohen? Ich sage nein! Und wenn die politische Wahrheit in der westlichen Welt noch eine Chance bekommen würde, würde sie ebenfalls nein sagen.

Der Iran ist im mittleren Osten das Land, das sich gegen die Vereinnahme des Westens wehrt. Er ist noch die unüberwindbare Mauer gegen die westlichen Ressourcendiebe. Noch! Aber wie lange noch? Alle direkten und indirekten Nachbarn des Iran stehen in Diensten der USA. Pakistan ist Atommacht, Israel ist Atommacht, der Irak und Afghanistan sind besetzt. Die Türkei, Syrien und Saudi Arabien stehen auch nicht im Verdacht, den Iran direkt zu unterstützen.

Was dieses gesamte Empörungsschauspiel verschiedener UN Mitglieder bezwecken sollte oder soll, ist mir schleierhaft. Selbst der Dümmste unter der Sonne müßte mittlerweile gemerkt haben, daß die Freundschaften der verschiedenen Blöcke in Wirklichkeit doch nur Zweckbündnisse sind. Mehr nicht!

Man kann von Ahmadinedschad halten was man will. Man kann ihn mögen oder nicht; aber man kann ihm nicht vorwerfen, in fremden Staaten zu intervenieren und sie seinem Machtbereich zu unterwerfen. Der Westen sollte endlich einsehen, daß der nahe und mittlere Osten, daß Afrika, Südamerika und Teile von Asien ihm nicht zwangsverpflichtet sind. Es sind eigenständige Regionen, eigenständige Staaten auf eigenständigen Kontinenten mit eigenständigen Menschen und eigenständigem Recht auf ein existenzsicherndes, würdevolles Leben.

Ohne ein Umdenken der ersten Welt, wird es keinen Frieden geben. Weder zwischen Israel und Palästina, noch in Afghanistan, noch im Irak, noch im Kaukasus etc.;  werden die Menschen weder in Afrika, noch Südamerika, dem nahen und mittleren Osten, noch in Teilen von Asien jemals freie Bürger einer gleichberechtigten Rasse werden.

Unter diesen Gesichtspunkten gesehen, sind die Worte des iranischen Präsidenten an die Staatengemeinschaft eine Anklage gegen die permanente Verletzung des Völkerrechts durch zivilisierte Staaten in West und Ost. Die Nicht-Einhaltung der Menschenrechte in allen Teilen der Welt ist ein Thema, dem sich wohl alle Staaten, einschließlich des Iran, nicht annehmen wollen.

Die weltweite Finanzkrise wird das Staatengefüge grundsätzlich ändern und die Machtverhältnisse verschieben. Auch dies gilt es, zu bedenken. Doch bevor Macht aufgegeben wird, egal, wer sie besitzt, wird es erbitterte Kämpfe geben.

Wenn die Welt sich als Ganzes weiterentwickeln soll, werden die Menschen nicht umhinkommen, ihr Leben und ihr Zusammenleben friedlich neu zu ordnen.

In diesem Traum von einer friedlichen Welt, haben Raketen und Machtgelüste nichts zu suchen. Hoffen wir, daß auch die sich daran erinnern, die an den Schalthebeln sitzen. An den Schalthebeln der Raketen und an den Schalthebeln der Macht.

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  1. 03/10/2009 um 18:22

    Werter Herr Dr. Werner Jurga,

    ich kann keinen Bezug meines Beitrages, in dem ich die Rede des iranischen Präsidenten verlinkt habe, zu Ihrem Artikel bei xtranews vom 03.10.09 herstellen. In seiner Rede vor UN-Vollversammlung am 23.09.09 hat Ahmadinedschad mit keinem Wort den Holocaust geleugnet.

    Den Sinn und Zweck Ihres Kommentars wohlwollend als „andere Meinung“ zu akzeptieren, ist für mich falsch. Meine Meinung ist folgende:
    Ihr Beitrag ist für mich in vielen Teilen verworren und wohl nur für „intellektuelle Höchstleister“ verständlich. Als Mensch mit einer adäquaten Bildung und einer gesunden Intelligenz distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von Ihrer Äußerung über den iranischen Präsidenten Betreffs dieser Rede.

    Sie werden auch von mir nie die Leugnung des Holocaust hören.

  2. 21/11/2009 um 12:20

    Werter Herr fletcher2,

    leider habe ich Ihr Schreiben an mich vom 3. Oktober nicht erhalten. Vielleicht ist es Ihnen an unserem Nationalfeiertag durchgegangen, es an mich zu versenden, was freilich im Zustand dieser Freude passieren kann. Gott sei Dank hatten Sie es nicht versäumt, Ihre lieben Zeilen als Kommentar zu Ihrem eigenen Beitrag auf Ihrer eigenen Homepage zu stellen, so dass im Grunde davon auszugehen war, dass sie mich früher oder später erreichen mussten. Da ich mir leider Ihre beliebte Webseite viel zu selten ansehe, ist mir leider erst soeben Ihr netter Brief aufgefallen. Ich muss Sie daher um Nachsicht bitten, dass ich erst jetzt antworte. Es tut mir wirklich leid.

    Da ich leider auch sonst so wenig von Ihnen höre, kann ich es verschmerzen, von Ihnen auch nie die Leugnung des Holocaust zu hören. Wie sollte ich auch?!
    Da Sie sich selbst – wie ich finde: völlig zu Recht – „eine adäquate Bildung“ und – hier weiß ich allerdings nicht, was das ist: „eine gesunde Intelligenz“ attestieren, halte ich es eigentlich nicht für erforderlich, dass Sie sich von meiner Äußerung über den iranischen Präsidenten distanzieren. Schließlich haben Sie sich ja noch nie dazu bekannt. Zu meiner Äußerung, versteht sich, nicht zum iranischen Präsidenten.

    Falls Ihnen auch dieser Hinweis wieder „verworren“ (?) erscheinen sollte, machen Sie sich bitte nichts draus. Es ist alles okay, Sie sind völlig normal. Meine Texte richten sich in der Tat eher an „intellektuelle Höchstleister“ und weniger an Menschen mit „gesunder Intelligenz“.

    Ebenfalls völlig zu Recht teilen Sie Ihrer geneigten Leserschaft in Ihrem jüngsten Beitrag
    https://fletcher2.wordpress.com/2009/11/10/eindeutig-eindeutig/

    mit: „Nein, ich spinne nicht!“ Sie heben diese wichtige Aussage durch eine Unterstreichung hervor. Richtig so!

    Werter Herr fetcher2,
    ohne indiskret sein zu wollen, gestatten Sie mir doch bitte die Frage: gibt es tatsächlich in Ihrer kleinen, aber feinen Leserschaft Menschen, die daran zweifeln könnten? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen – am besten bevor, wenn ich Sie zitieren darf, „mich meine düsteren Gedanken vollends in den Abgrund ziehen“.

    Ich freue mich auf weitere Korrespondenz
    (Sie müssten halt nur daran denken, die eMail an mich abzuschicken)

    Ihr
    werter Herr Dr. Werner Jurga

  1. 03/10/2009 um 13:08
  2. 21/11/2009 um 12:11

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