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Kann es sein…..

…..daß ich die Schweinegrippe hatte?

Gestern morgen wurde ich wach – eigentlich werde ich das jeden morgen, doch diesmal war etwas anders. Mein Rücken tat mir schweineweh und meine unteren Extremitäten erinnerten mich an Eisbein oder Haxen oder so. Nach quälenden Minuten raffte ich mich endlich dazu auf, meine Liegeposition aufzugeben. Meine Beinchen versagten ihren Dienst und ich kroch auf allen Vieren ins Bad. Dort traf mich der Schock. Im trüben Schein der rostroten Fliesen erblickte ich kleine, rote Schweinsäugelein, die aufgequollene Nase und meine Hängeohren. Fehlt nur noch das Ringelschwänzchen; obwohl…………?!

„Dich Schwein hat’s erwischt,“ war mein erster Gedanke. Mexiko, Mallorca, Saarland – jetzt ist die Schweinerei komplett! Das Virus ist da!

Ha, 1 en 1. Jetzt haben sie dich, die Viren. Mit unsäglicher Mühe glaubte ich das Quecksilberthermometer, ein Erbstück meiner Großtante mütterlicherseits, aus den Tiefen der freiverkäuflichen Gesundmacher hervor und führte einen Selbsttest durch. Fieber ohne Ende. Ab 35 Grad war die Skala etwas verwischt, doch realistischen Schätzungen zufolge, lag meine Temperatur jenseits des Siedepunktes von Wundbenzin – so ab 44 Grad.

Nach telefonischer Rücksprache mit dem Pförtner der WHO entschloß ich mich, den Arzt meines Vertrauens zu kontaktieren. Dieser erschien dann umgehend nach drei Stunden. Im Kofferaum seines dienstlich genutzten Privatwagens, abwrackprämienbegünstigt jetzt ein Suzuki Alto, türmten sich Tamiflu und sonstige Cheney- und Rumsfeldprodukte zwecks Beschleunigung meiner, doch recht ungewissen, Genesung. Dankbarkeit und AOK-Karte wechselten den Besitzer zwecks Besitzerwechsels eines Rezeptes, welches mir weitere Linderung bringen sollte.

An meinem Aussehen und den Symptomen änderten jedoch der spontane Hausbesuch sowie die Medikamente vorerst nichts. War ich wirklich dazu verdammt, als Schweinevirusopfer vom RKI begutachtet zu werden, den Rest meines nunmehr unlebenswerten Lebens in Quarantäne zu verbringen? Getrennt von meinen Lieben, ausgeschlossen aus meiner geliebten Bundesrepublik Deutschland? Sollte ich so enden? Ich ergab mich in mein Schicksal! Sollte ich je wieder die Sonne aufgehen sehen – passiert diesen Sommer eher selten, was meine Stimmung noch mehr drückte?.

Der nächste Tag – keine Sonne – doch ich lebte! Mir ging es wieder besser. Temperatur auf Kinderplanschbeckenniveau, strahlend braune Augen, eine Nase wie Michael Jackson – möge er endlich seine Ruhe haben -, Beine dich mich trugen, Ohren wie ein Spitz und das mit dem Ringelschwänzchen, das lassen wir mal beiseite. Seit meiner Auferstehung feiere ich die WHO, die Pharmaindustrie und all die findigen Wissenschaftler, die immer wieder ihre Kreativität beim Erfinden neuer Krankheiten unter Beweis stellen.

PS
Wegen des milden Verlaufs meiner und der Welt lebensbedrohender Krankheit schätze ich mal, daß meine Grippe von einem Sparschwein stammt. Die soll es ja noch geben. Trotz Krise.

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