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Brauchen wir erneuerbare Energien…..

Der gemeine Bestatter – im Volksmund auch Entsorger genannt – ist sehr erdverbunden. Neuere Gattungen sind regelrecht Feuer und Flamme bei der Ausübung ihrer Tätigkeit. Da sich im Rahmen der Globalisierung alles, wirklich alles ändert, müssen auch Bestatter dem neuen Trend folgen. Erst kürzlich las ich in einer Anzeige: „Wir legen sie für den selben Preis der Konkurrenz 20 Zentimeter tiefer.“ Sozusagen ein Sargtuning. Dieselbe Werkstatt bietet auch einen warmen Abriss an unter dem Motto: „Der Preis ist heiß – unsere Öfen heizen Ihnen mächtig ein. Mit Biodiesel.“

Da fragt man sich doch so langsam – wo führt das Ganze hin!? Wohin mit dem zusätzlich ausgehobenen Erdreich? Baut man Hügel, verteilt man es heimlich zwischen den Nachbargräbern? Irgendetwas ist da doch faul an der Sache. Auch die Sache mit dem Biodiesel. Wird der subventioniert, tanken die in Luxemburg? Wer verbrennt einen schon freiwillig und setzt dann noch zu? Nein, das kann mir keiner weismachen. Dafür bin ich zu sehr Realist, zu erfahren – ein Saarländer eben. Diese Leute sind in meinen Augen Betrüger. Die Totengräber der Nation. Glauben die, die Leute fallen auf so etwas herein? Fallen freiwillig in die tiefergelegte Grube, setzen sich mit dem Leichenhemdchen auf die heiße Herdplatte?

Wenn ich so was höre muss ich brechen – und zwar eine Lanze für all die redlichen Halsabschneider, die einen wie gewohnt unter die Erde bringen. Ohne Schnickschnack und großes Brimborium – kommt der Bagger – Loch auf, Alte(r) rein, Loch zu! Punkt, fertich! Das ist Handwerkskunst. Früher war das alles noch schöner, feierlicher und ergreifender. Bevor es ans Sterben ging, hat man erst einmal die Verwandtschaft gehörig erschreckt. Ich sage nur – falsches Testament für 3 uneheliche Kinder – vorgelegt. Das Sparbuch geplündert und die Kohle im Schafstall versteckt etc.. Heulen und Zähneknirschen herrschte dann am Totenbett. Der Jenseitsanwärter konnte sich ein müdes Lächeln selten verkneifen.

Die Erben überlegten schon, die letzte Ölung zu verweigern oder das Ganze mit Terpentin durchzuführen. Sogar der Pastor war empört über einen vermeintlich unkeuschen Lebenswandel des Fegefeueraspiranten. Blieb dem Himmelsstürmer noch genügend Restzeit, klärte er die zukünftigen Hinterbliebenen auf und lachte sich buchstäblich tot dabei. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Man konnte nun ruhigen Gewissens erben und war froh, nicht selbst Hand anlegen zu müssen. Natürlich gab es jetzt auch das Grisam vom Pastor und ein Rosenkranz aus Lourdes – im Lidl gekauft – fehlte auch nicht. Je nach Hinterlassenschaft wurde nun ausgiebig gegessen und getrunken und man ließ den soeben Verstorbenen hochleben.

Freunde der Nacht, Hobbyzyniker und Allgemeingestörte – glaubt nicht alles was ich sage! Macht euch selbst ein Bild. Spätestens beim letzten Abgang werdet ihr sehen, ob ich Recht hatte. —– Was war nochmal das Thema meines Blogs? Ach ja, brauchen wir erneuerbare Energien für den Erhalt der Krematorien oder tut’s auch die Kohle aus Ensdorf!?

Erschütternd!!!!!

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Kategorien:Satire Schlagwörter:
  1. trotzkist
    20/09/2009 um 17:10

    „Wohin mit dem zusätzlich ausgehobenen Erdreich?“

    Also da, wo ich herkomme, schüttet man die Gräber auch wieder zu, egal wie tief das Loch ist…

    Apropos Erdreich: Asche vergiftet das Erdreich nicht, im Gegensatz zu verscharrten Atomkraftwerksmitarbeitern – ach nein, die werden ja in Asse gekippt…

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